Vertriebslexikon
Beiträge: DPV Deutscher Pressevertrieb sowie Auszüge aus dem VDZ Vertriebslexikon
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Nationalvertrieb (ND)
Der Begriff Nationalvertrieb ist die wörtliche Übersetzung der englischen Bezeichnung National Distributor. Seit Mitte der sechziger Jahre hat er sich mit der Gründung entsprechender Firmen auch in Deutschland eingebürgert.
Der Nationalvertrieb ist Vertriebsdienstleister für Verlage. Er übernimmt im Bedarfsfall alle vertrieblichen Aktivitäten des Verlages im Fullservice und ist damit die "ausgelagerte" Vertriebsabteilung des Verlages. In vielen Fällen beschränkt sich der Serviceumfang der ND's allerdings auf den Vertrieb im Grosso und Bahnhofsbuchhandel.
Der ND stellt keine selbstständige Handelsstufe dar. Er fakturiert gegenüber dem Pressehandel zwar im eigenen Namen, aber für Rechnung des auftraggebenden Verlages.
ND's nehmen im Markt eine wichtige Bündelungs- und Filterfunktion wahr. Ohne sie hätte der Grossist statt mit 130 mit einigen weiteren hundert Verlagen direkt zu tun, was kaum zu bewältigen wäre. ND's garantieren dem Handel die professionelle Vertriebsarbeit auch für Titel kleinerer und mittlerer Verlage. Umgekehrt profitieren die Verlage von der professionellen Betreuung Ihrer Produkte, dem vertrieblichen Know-how, der gebündelten Marktmacht des ND und von logistischen Synergieeffekten.
Die Leistung des Nationalvertriebs wird in der Regel mit einer vertraglich vereinbarten Pauschale pro Ausgabe honoriert. Teilweise gibt es Margenvereinbarungen, bei denen die Honorierung als Prozentsatz vom Umsatz erfolgt, oder auch unterschiedliche Kombinationen von Vertriebspauschale und Marge.
Vor einigen Jahren gab es auch noch Vereinbarungen, bei denen sich die Honorierung auf die Zahl der ausgelieferten Exemplare (und deren Gewicht) bezog, sie sind aber heute – von Ausnahmen abgesehen – nicht mehr üblich.




