Vertriebslexikon
Beiträge: DPV Deutscher Pressevertrieb sowie Auszüge aus dem VDZ Vertriebslexikon
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Werbender Buch- und Zeitschriftenhandel (WBZ)
Der Werbende Buch- und Zeitschriftenhandel (WBZ) ist eine der klassischen Pressevertriebssparten. Durch Vertreter (auch „Werber“ oder „Bezieherwerber“; umgangssprachlich auch „Drücker“) werden an der Haustür Abonnementsaufträge geschrieben, deren Ausführung die WBZ-Firma übernimmt.
Neben Zeitschriftenabonnements werden durch den WBZ-Handel Kunden für Buchgemeinschaften und Versicherungen gewonnen und betreut.Neben der rückläufigen Haustürwerbung als klassische Werbeform bedient sich der WBZ in wachsendem Maße anderer Werbeformen, wie z.B. der Beilagen-Werbung in Printmedien, im Internet oder durch Direct Mail sowie per Telefon.
Die Position des WBZ-Unternehmens ist in allen drei Vertriebssparten dadurch gekennzeichnet, daß der WBZ-Unternehmer unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung Belieferungsrechte bzw. – im Versicherungsbereich – Inkassorechte generiert und diese Rechte als eigenen Bestand verwaltet bzw. unter Zuhilfenahme von Rechenzentren und sonstigen Dienstleistungsunternehmen verwalten läßt.
Die Belieferung erfolgt in der Regel durch die Post (Postvertriebsstück), selten durch WBZ-eigene Agenturen (Agenturstück). Im Falle der Postbelieferung übernimmt der Verlag im Auftrag der WBZ-Handlung die physische Abwicklung im Rahmen des Versands seiner eigenen Postvertriebsstücke. Die Berechnung des Abonnements erfolgt in jedem Fall durch den WBZ-Händler selbst oder durch Dienstleister.
Der Agenturvertrieb hat inzwischen immer mehr an Bedeutung verloren.
Die Bezieherwerber erhalten pro Auftrag eine Provision, die sich in ihrer Höhe nach Jahresrendite und Haltbarkeit des einzelnen Abos richtet. Teile der Gesamtprovision gehen bei größeren Werbeorganisationen an den "Kolonnenführer" und den "Organisationsleiter".
Da die aktive Abonnentenwerbung für den WBZ-Händler eine erhebliche Investition darstellt, die sich erst im Laufe längerer Zeit amortisiert, werden zum Erhalt der Liquidität häufig Teile der Neuproduktion an andere WBZ-Firmen oder auch direkt an die Verlage verkauft.
Es bilden sich immer wieder auch freie Werbeorganisationen, die ausschließlich werben und die geworbenen Aufträge verkaufen ohne eigene Abonnement-Bestände zu bilden. In der Regel werden aus solchen Werbeorganisationen im Laufe der Zeit WBZ-Händler.
Über den WBZ laufen insgesamt rund 4,9 Mio. Abos (2005). Wichtigste Titelgruppe sind die Funk- und Fernsehzeitschriften, dieetwa 40 Prozent aller WBZ-Abos ausmachen.
Die Firmen des WBZ sind im Bundesverband des werbenden Buch- und Zeitschriftenhandels e.V. Köln, zusammengeschlossen.




